Schließe den Kreis um endlich abzuschalten

Hast du Probleme dabei abzuschalten? Bist du ständig in deinem Kopf, vergisst deine Umgebung und lebst nie richtig im Moment?
Damit bist du nicht alleine.
Es ist einfach zu viel los. Du bist nur noch Passagier in deinem eigenen Leben. Die Tage ziehen an dir vorbei und am Abend kannst du dich kaum erinnern, was du eigentlich getan hast. Dieser Artikel soll dir dabei helfen, wieder die Kontrolle zu erlangen. Endlich mal wieder abzuschalten und dein Leben proaktiv zu gestalten.
Deine Kreise zu schließen kann dabei wahre Wunder wirken.

Zu viele offene Kreise

Es ist beeindruckend. Eine Kellnerin merkt sich alle Getränke und Speisen eines großen Tisches, inklusive wem was gehört. Und das alles ohne Stift und Zettel. Selbst beim Kassieren ist noch alles genau abgespeichert.

Das Spannende dabei? Sobald der Tisch abgerechnet und bezahlt wurde, ist all die Information weg. Der Kreis wurde geschlossen. Das ist das Zeichen fürs Gehirn, diese Information loszulassen. Und das ist auch gut so. Die Information wird in Zukunft nicht mehr gebraucht.

Ich merke das persönlich in kleinerem Rahmen, wenn ich ins Fitnessstudio gehe. Nach dem Training weiß ich genau, in welchem Spint ich mein Zeug versperrt habe. Am nächsten Tag hätte ich keine Chance, es zu rekonstruieren. Auch hier wurde der Kreis geschlossen.

Bei diesen Beispielen handelt es sich um nützliche Kreise. Und noch viel wichtiger: Sie werden recht zügig geschlossen.

Jeder offene Kreis nimmt wertvolle Kapazität deines Hirns in Anspruch.

Für kurze Zeit ist das völlig ok. Doch langfristig belegt all das deinen möglichen Speicherplatz. Du überforderst deine Kapazität mit einer Tätigkeit, die in der heutigen Zeit nicht nötig ist: Dinge ewig im Gedächtnis zu halten.

Du stresst dich selbst damit, nichts vergessen zu wollen und legst dich somit selbst lahm. Bei dem Versuch, alle Bälle in der Luft zu halten, bleibst du zwar durchgehend beschäftigt, kannst aber nie richtig abschalten, um endlich mal durchzuatmen.

Hilf dir selbst

Du musst dir heute keine Telefonnummern mehr merken und auch keine Geburtstage. Die ältere Generation sieht das vielleicht als Rückschritt, doch unser Hirn ist nicht nur dafür gemacht, viele verschiedene Dinge im Gedächtnis zu behalten.

Du bist zu so viel mehr fähig. Du bist kreativ, kannst Neues erschaffen, komplexe Probleme lösen und verschiedene Bereiche verknüpfen, um an neue Erkenntnisse zu gelangen.

Das ist es, was wirklich zählt. Doch dazu gibst du deinem Hirn häufig nicht den nötigen Freiraum. Die gesamte Bandbreite ist damit belegt, im Alltag nicht unterzugehen.

Bei jedem Gedanken „das darf ich nicht vergessen“ öffnest du einen neuen Kreis, der Kapazität benötigt.

Du hast ständig das Gefühl, dies noch machen zu müssen und jenes nicht vergessen zu dürfen. Aber das muss nicht so sein.

Es gibt mittlerweile großartige Tools, die dich dabei unterstützen, genau diese Probleme zu delegieren. Sie übernehmen das Merken verschiedenster Dinge, sodass du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst. So schaffst du es, dein volles Potenzial auszuschöpfen.

Meine beiden wichtigsten Tools dafür sind Todoist und Notion.

Todoist ist eine simple To-Do-Liste, die auf all meinen Geräten verfügbar ist. Allerdings mit der Möglichkeit für wiederkehrende Einträge und Punkte für die Zukunft.

Fällt mir also heute etwas ein, das ich nächsten Freitag nicht vergessen darf, kommt es sofort in Todoist. Täglich konzentriere ich mich nur auf die Punkte unter „Today“. Mit der Eingabe für die Zukunft schließe ich den Kreis. Und wenn es nächsten Freitag soweit ist, taucht der Punkt auf meiner täglichen To-Do-Liste auf.

So handhabe ich selbst runde Geburtstage, Punkte, die ich im kommenden Jahr bei der Steuererklärung nicht vergessen darf, und vieles mehr. Ich kann mich darauf verlassen und verschwende keine geistige Kapazität, um mir unzählige Dinge merken zu müssen.

Todoist nutze ich also nur für kurze Aufgaben.

Notion hingegen ist mein externes Gehirn. Dort wird alles andere gespeichert, was in Zukunft noch wertvoll sein könnte. Auch all meine Beiträge für diese Website schreibe ich in Notion. Dort habe ich eine Datenbank, in der ich Ideen eintrage, die mir in Büchern, Podcasts oder anderen Formaten unterkommen.

Diese Datenbank ist unterteilt in „Idea“, „In progress“ und „Completed“. So habe ich immer den Überblick und mir gehen nie die Ideen aus.

Auch Ziele, mein Trainingstagebuch, Geschenkideen und verschiedenste Rezepte sind in Notion gespeichert.

Das gibt mir die Freiheit, mich auf die spannenden Dinge im Leben zu konzentrieren, mit dem guten Gewissen, dass mein System funktioniert.

Schließe deine Kreise bewusst

Hast du den unwichtigeren Teil erstmal ausgelagert, kannst du dich um die schwierigen Themen kümmern. Du kannst Schritt für Schritt die Kreise schließen, die dich beschäftigen. Also all jene Dinge, die dich über den Tag hinweg belasten.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, eine neue Sportart auszuprobieren, dann trage dir die erste Session fix in den Kalender ein oder schreib einem Verein bezüglich eines Probetrainings.

Wenn du dir seit Ewigkeiten vornimmst, dich wieder mal bei deinem besten Freund zu melden, dann mach es sofort oder fixiere eine bestimmte Zeit dafür.

Wenn du seit Tagen ein gewisses Gespräch in deinem Kopf abspielst, dann mach endlich den Schritt. Sprich das unangenehme Thema an. Nur so kannst du endlich loslassen.

Probleme werden kleiner, wenn wir endlich an ihnen arbeiten.

Doch nicht alle Kreise müssen geschlossen werden.

Unser Unterbewusstsein ist enorm mächtig. Spannend wird das, wenn wir bewusst Kreise offen halten, um komplexe Probleme zu lösen.

Als ich den Masterkurs „Mathematical Methods for Quantitative Finance“ des renommierten MIT besuchte, war ich beeindruckt. Einerseits von der Vortragsweise der Lehrveranstaltungsleiter. Aber andererseits, und noch viel wichtiger, von der Konzeption der Problemstellungen. Wöchentlich waren Assignments abzugeben und sie schafften es, den perfekten Schwierigkeitsgrad zu wählen. Nicht zu einfach, um es sofort runterrechnen zu können, aber auch nicht zu schwer, um vollkommen chancenlos zu sein.

Zu Beginn der Woche wirkte das Assignment noch unlösbar. Nachdem ich mich länger damit beschäftigte, kam ich Schritt für Schritt ein Stückchen voran. Über Nacht oder in der Arbeit kamen plötzlich neue Ideen und Lösungsansätze, bei denen ich nicht warten konnte, sie auszuprobieren. Nicht alle führten zum gewünschten Ergebnis, aber ich konnte aktiv erleben, wie mein Unterbewusstsein arbeitet.

Schließlich löste ich jede Aufgabe. Wenn auch manchmal erst am Tag der Abgabefrist.

Eine weitere Möglichkeit, wie du einen offenen Kreis für dich nutzen kannst, ist beim Schreiben. Viele der besten Schriftsteller beenden ihre Session mitten in einem Satz. Das hilft ihnen, die Idee in den Gedanken zu behalten und den Wiedereinstieg zu erleichtern.

Dein Leben wartet nicht

Jeder offene Kreis kostet dich Energie. Energie, die dir fehlt, um wirklich präsent zu sein. Um kreativ zu denken. Um die Dinge anzugehen, die dir wirklich wichtig sind.

Du musst nicht alles sofort lösen. Aber du kannst heute damit beginnen, bewusster zu entscheiden, welche Kreise du öffnest und welche du schließt.

Schreib die Nachricht, die du seit Tagen vor dir herschiebst. Trage den Termin ein, den du immer wieder vergisst. Sprich das Gespräch, das dich nachts wach hält.

Schaff dir Systeme, die dir den Rücken freihalten. Nutze Tools wie Todoist oder Notion, damit dein Kopf endlich Platz hat für das, was zählt.

Und dann nimm dir bewusst Zeit, um einfach mal nichts zu tun. Um durchzuatmen. Um wirklich im Moment zu sein.

Die Kreise, die du heute schließt, sind die Freiheit, die du morgen spürst.


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Buchempfehlung

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Abschließend noch ein Zitat von David Allen:

„The mind is for having ideas, not holding them.“

Hier eine Bücherliste, falls du auf der Suche nach neuen Büchern bist. Wenn du noch nie Hörbücher probiert hast, kann ich dir das Probeabo von Audible empfehlen. Kostet nichts, ist jederzeit kündbar und du kannst dir das Buch auch nachher noch behalten.

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