Oft gehen wir mit dem Wunsch durchs Leben, das zu ändern, was uns nicht passt. Allerdings fokussieren wir uns dabei auf die falsche Seite. Nicht die Ziele stehen im Vordergrund, sondern was wir vermeiden möchten. Wir wissen ganz genau, was wir NICHT wollen. Somit konzentrieren wir uns auf all das, was schlecht läuft in unserem Leben.
Wie wäre es, wenn wir uns stattdessen auf das fokussieren, was wir wirklich erreichen wollen? Ein Leben nach unseren eigenen Vorstellungen definieren und dann konsequent darauf hinarbeiten? Das Problem: Wir wissen oft gar nicht, was wir eigentlich wollen. Genau das schauen wir uns jetzt gemeinsam an.
Was willst du?
Stell dir vor du gehst in ein Café um einen Cappuccino zu bestellen. Das sagst du allerdings nicht. Das einzige was du sagst ist, dass du keinen Espresso möchtest.
Der Barista ist verwirrt: „Also was möchten Sie?“. Du antwortest erneut: „Keinen Espresso“.
Das scheint lächerlich. Doch manchmal gehst du genau so durchs Leben.
Wenn du nur weißt, was du nicht willst, wirst du nicht bekommen, was du willst. Genau wie in der Szene im Café.
Es reicht nicht, dich im Leben auf das zu fokussieren, was mies läuft:
- Ich möchte keinen Stress.
- Ich möchte keine finanziellen Probleme.
- Ich möchte nicht, dass mein Partner keine Zeit für mich hat.
Eine Neuausrichtung könnte wie folgt aussehen:
- Ich möchte täglich am Abend eine Runde spazieren gehen.
- Ich möchte mindestens 6 Monatsgehälter als finanziellen Puffer aufbauen.
- Ich möchte täglich gemeinsam mit meinem Partner frühstücken oder abendessen, ohne Smartphone in der Nähe, um wirklich Zeit für Gespräche zu haben.
Die ersten drei Beispiele lösen Unzufriedenheit aus und zeigen dir, was in deinem Leben alles nicht passt.
Die neuen drei Aussagen hingegen geben eine klare Richtung vor und motivieren dich. Dein Hirn fängt sofort an nach Lösungen zu suchen, um diese Ziele zu erreichen.
Klarheit deiner Ziele
Leider ist es gar nicht so einfach zu wissen, was man im Leben eigentlich will. Um das herauszufinden, musst du dich aktiv mit dir beschäftigen.
Vielleicht gehst du derzeit noch passiv durchs Leben. Du realisierst nur, was dir passiert und beschwerst dich über jene Dinge, die dir nicht gefallen.
Wie wäre es hingegen, wenn du dein Leben proaktiv gestaltest? Du suchst nach Chancen, um täglich einen Schritt näher an ein Leben nach deinen Vorstellungen zu gelangen.
Eine wahnsinnig wertvolle Frage ist dabei: „Wie sieht ein idealer Dienstag für mich aus?”.
Warum ein Dienstag? Weil es sich um einen durchschnittlichen Tag handeln soll. Kein Wochenende und auch kein Urlaub.
Wie dein optimaler Alltag aussieht, ist völlig individuell. Es kann ein gemütlicher Morgen mit einem ausgedehnten Frühstück sein, oder Zeit für Deep Work gleich in der Früh. In der Arbeit möchtest du vormittags konzentriert arbeiten und am Nachmittag mit spannenden Personen zusammenarbeiten. Mittags Sport und am Abend mit Freunden gemeinsam Kochen. Oder ein Spaziergang mit deiner Partnerin.
Was auch immer für dich Teil eines herrlichen Tages sein soll. Schreib es auf. Mach dir Gedanken darüber. Beschäftige dich damit.
Du musst dich selbst besser kennenlernen, um zu verstehen, was dir Freude bereitet und dir Energie gibt. Das zu wissen ist eine wahre Superkraft.
Was du erreichen möchtest ist Klarheit. Klarheit darüber, was dir wichtig ist und dich erfüllt.
Hast du diese Klarheit erreicht, realisierst du immer mehr Möglichkeiten in deinem Umfeld, um diesen Vorstellungen näher zu kommen.
Genau hier liegt übrigens der Grund, warum Visualisierung und Vision Boards funktionieren. Nicht wegen Magie, sondern wegen veränderter Aufmerksamkeit.
Die klare Formulierung deiner Ziele allein ist zu wenig. Dein Leben wird sich nicht ändern, wenn du fest an etwas glaubst, aber nie daran arbeitest.
Der eigentliche Gamechanger ist, dass deine Aufmerksamkeit sich verändert. Dir fallen plötzlich Chancen und Möglichkeiten auf, die dich einen Schritt näher an deine Ziele bringen.
Das merkst du, wenn du vorhast, dir ein bestimmtes Auto zu kaufen. Planst du einen BMW i4 zu kaufen, siehst du plötzlich überall dieses Auto. Sie waren bereits vorher da, aber deine Aufmerksamkeit hat sich geändert.
Zuerst musst du also deinen Fokus von all dem was du nicht willst, auf jene Dinge lenken, die dein Leben bereichern. Hast du das geschafft, kannst du den nächsten Schritt gehen:
Sprich darüber
Wenn du eine klare Vorstellung hast, wie dein Leben idealerweise aussehen soll, kannst du damit auch offen umgehen. Teile deine Ziele mit Menschen, die dich auf deinem Weg begleiten.
Du bist nicht alleine mit deinen Bestrebungen. Suche nach Menschen, die bereits den Weg gegangen sind, den du gehen möchtest. Lade sie auf ein Mittagessen oder einen Kaffee ein. Tausch dich aus.
Vielleicht findest du wertvolle Informationen, wie du deine Ziele erreichst. Oder du hörst Erfahrungen, die dir zeigen, dass dein anvisiertes Ziel gar nicht das richtige für dich ist.
All das ist Gold wert.
Wenn du in deinem Job nicht zufrieden bist oder glaubst, dass du deine Talente in einem anderen Bereich besser nutzen kannst, dann sprich es offen an. Mach dir Gedanken darüber, wie du deinen Arbeitsalltag verändern kannst, um bessere Leistungen zu erbringen. Diese Vorschläge kannst du transparent mit deiner Führungskraft besprechen.
Klar ist es unangenehm, solche Themen anzusprechen.
Doch du wirst merken, dass dein Hirn sich viel mehr Sorgen macht und schlimmere Szenarien zeichnet, als die Realität rechtfertigt. Wie Seneca bereits sagte: „We suffer more often in imagination than in reality”.
Trau dich zu fragen. Du wirst verblüfft sein, wie viele Menschen dir auf deinem Weg helfen möchten, wenn dir klar ist, wo du hin willst.
Starte heute mit einer einzigen Frage: Wie sieht mein idealer Dienstag aus? Schreib deine Antwort auf, ehrlich und ungefiltert. Dieser eine Schritt bringt mehr Klarheit als jahrelanges vages Unzufriedensein. Und wenn du weißt, wo du hinwillst: Sprich darüber. Du wirst überrascht sein, wer dir die Tür öffnet.
Weiterlesen:
„Ein Leben in dem wir keinen Urlaub brauchen”
„Wie sieht dein idealer Dienstag aus?”
Buchempfehlungen
The Big Five for Life – John Strelecky
The Pathless Path – Paul Millerd
Abschließend noch ein Zitat von Hannu Rajaniemi:
„If reality is not what you want it to be, change it.“
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