Es gibt kein Leben ohne Probleme

Wie oft wünschst du dir einfach nur Ruhe? Den stressigen Alltag hinter dir lassen und einfach mal nichts tun. Du arbeitest hart daran, deine aktuellen Probleme zu lösen. Und kaum ist eines weg, kommt das nächste. Das stressfreie Leben lässt wieder auf sich warten.

Aber was wäre, wenn du aufhörst, darauf zu warten? Was wäre, wenn du akzeptierst, dass es ein Leben ohne Probleme nicht gibt? Dass du dein Bestes gibst und dir trotz Problemen erlaubst, glücklich zu sein?

Es gibt kein Leben ohne Probleme

Derzeit ist gerade viel los, aber in ein paar Wochen wird es besser. Diesen Satz hast du dir bestimmt schon häufig gedacht — auch in der Vergangenheit. Doch ist es jemals besser geworden?

Kam nicht immer ein neues Hindernis? Eine neue stressige Phase, in der du durchbeißen musst?

Du glaubst, es wird in Zukunft einfacher und erlaubst dir erst dann glücklich zu sein. Jetzt heißt es erst mal das Problem vor dir anzugehen. Leider verschiebst du es so immer weiter endlich glücklich zu sein.

Wenn du diesen Artikel liest, gehörst du bestimmt zu jenen Personen, die mehr aus ihrem Leben machen möchten.

Glaubst du wirklich, dass sich ambitionierte Ziele erreichen lassen, ohne Unannehmlichkeiten, ohne stressige Phasen? Würde es dann nicht jeder tun?

Wenn du einen Job ganz ohne Verantwortung suchst, wirst du entweder gelangweilt sein oder finanzielle Probleme haben. Oder gar beides.

Bei einem anspruchsvollen Studium wird es immer wieder stressige Zeiten geben. Und auch als Unternehmerin weißt du manchmal nicht, wie sich alles ausgehen soll.

Du wolltest unbedingt mit dieser einen Person in einer Beziehung sein und jetzt gibt es die ersten Probleme mit ihr.

Warum wunderst du dich darüber? Du bist ambitioniert und strebst nach großen Zielen. Das ist großartig.

Dein früheres Ich wäre froh, genau in deiner jetzigen Situation zu sein. Verschieb es deshalb nicht immer weiter, glücklich zu sein.

Stress ist nicht dein Feind

Wer sagt, das Stress etwas Negatives ist?

Beim Sport ist dir vollkommen klar, dass du deinen Körper fordern musst, um fitter zu werden. Du setzt dich bewusst Stress aus. Du bewegst schwere Gewichte, bis du nicht mehr kannst. Du läufst, bis alles in dir danach schreit aufzuhören. Dieser Reiz ist notwendig, um stärker, ausdauernder und gesünder zu werden.

Warum sollte es im Leben anders sein?

Kelly McGonigal forscht genau dazu an der Stanford University. Ihr Befund ist überraschend: Menschen, die übermäßigem Stress ausgesetzt sind, sterben tatsächlich früher. Aber nur jene, die davon überzeugt sind, dass Stress etwas Negatives ist. Wer Herausforderungen bewusst annimmt, lebt sogar länger als jene, die kaum Stress erleben. Stress wirkt für sie gesundheitsfördernd. Kein Wunder, dass es dafür einen eigenen Begriff gibt: Eustress, also positiver Stress.

Mit jeder Herausforderung lernst du dich selbst besser kennen. Du weißt danach, wie du mit Druck umgehst, was du aushältst und was du beim nächsten Mal anders machen würdest. Fast alles Bedeutsame, das du über dich selbst weißt, kommt aus einer schweren Zeit. Nicht aus einem Buch, nicht aus einem Podcast, sondern aus einem Moment, in dem dir das Leben direkt ins Gesicht schlägt und du nicht weißt, wie es weitergehen soll.

Schmerz zu vermeiden bedeutet, Wachstum zu vermeiden.

Wenn man alte Menschen fragt, was sie anders machen würden, kommt oft dieselbe Antwort. Sie würden nichts an ihren Erfahrungen ändern. Weder die schweren noch die schönen. Sie würden nur lockerer damit umgehen. Bewusster durch die Höhen und Tiefen gehen, ohne sich dabei selbst fertigzumachen.

Genau dabei kann dir eine Idee aus Steven Bartletts Buch „The Diary of a CEO“ helfen.

Eine weitere kalte Nacht am Mount Everest

Steven Bartlett beschreibt in „The Diary of a CEO„, wie sich Bergsteiger am Mount Everest fühlen, und was uns diese Denkweise im Alltag bringen kann.

Wer sich entscheidet, den höchsten Berg der Welt zu besteigen, weiß, worauf er sich einlässt. Er wird sich nicht darüber beschweren, dass es im Basislager kalt ist. Er denkt sich: „Eine weitere kalte Nacht am Mount Everest.“

Wird es dadurch wärmer? Nein. Aber die Situation wäre deutlich schlimmer, wenn er sich ständig wärmere Nächte wünschen würde. Es wäre bis zu einem gewissen Grad auch lächerlich. Wer den Everest besteigen will, weiß, was ihn erwartet.

Wenn du dich für ein anspruchsvolles Studium entscheidest oder ein Unternehmen gründest, ist es ähnlich. Es ist dein persönlicher Mount Everest. Und du weißt, dass der Weg zum Gipfel nicht reibungslos verlaufen wird.

Wenn schwere Zeiten auf dich zukommen, hast du zwei Möglichkeiten. Du kannst es schlimmer machen, indem du dich fragst, warum das ausgerechnet dir passiert. Oder du denkst dir: „Eine weitere kalte Nacht am Mount Everest.“ Die zweite Option ist angenehmer. Und wie Kelly McGonigal zeigt, auch gesundheitsförderlicher.

Ambitionierte Ziele bringen immer auch Probleme mit sich. Das gehört dazu.

Wahrscheinlich hast du heute bereits einige deiner früheren Ziele erreicht. Und manche deiner aktuellen Probleme resultieren genau daraus. Du hast dein Unternehmen gegründet und hast jetzt Probleme mit einem Kunden. Du hast fünf Jahre Gas gegeben und schreibst jetzt deine Masterarbeit, aber es kommen immer wieder Rückschläge. Vor fünf Jahren wärst du froh gewesen, genau an diesem Punkt zu stehen.

Wenn du realisierst, dass Probleme ein unvermeidbarer Teil des Weges sind, werden sie erträglicher.

Was ist es für eine Freude, von genau jenen Dingen gestresst zu sein, von denen du vor Jahren nur geträumt hast?

Deine Probleme sind kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Sie sind der Beweis, dass du lebst.


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Buchempfehlung

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Abschließend noch ein Zitat von Billie Jean King:

„Pressure is a privilege, it only comes to those that earn it.“

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