Die größten Fehler beim Vermögensaufbau III

Dies ist der dritte Teil der Artikelserie „Die größten Fehler beim Vermögensaufbau“. Falls du die ersten beiden Artikel noch nicht gelesen hast findest du sie hier:

Teil I & Teil II

Der dritte Fehler ist der Grund dafür, dass manche Menschen ein Leben lang brav sparen und trotzdem nie aus dem Hamsterrad ausbrechen. Um langfristig Vermögen aufzubauen, musst du dein Geld für dich arbeiten lassen. Dafür ist allerdings ein gewisses Risiko notwendig. Die Angst davor hält viele Menschen davon ab, effizient zu investieren und sie sehen dabei nicht, welches Risiko die Untätigkeit selbst birgt.

Fehler 3: Zu wenig Risiko

Im letzten Artikel habe ich über Maximalsparer geschrieben, zu denen ich früher definitiv auch gehört habe.

Wie kann es sein, dass jemand deutlich über 50% seines Einkommens spart und trotzdem nie die finanzielle Freiheit erreicht?

Andere wiederum sparen 10-20% und können von ihrem Vermögen leben.

Der Unterschied liegt meist darin, wo das gesparte Geld hinfließt. Denn die meisten Menschen in Österreich und Deutschland investieren ihr Geld überhaupt nicht. Es wird einfach auf einem Sparbuch oder dem Girokonto geparkt.

Vielleicht bist auch du dir unsicher, was du mit deinem Ersparten anstellen sollst.

Das Thema Finanzen ist nun mal leider etwas abschreckend und es ist vollkommen nachvollziehbar, dass du ein mulmiges Gefühl dabei hast, einen 5-stelligen Betrag zu überweisen oder zu investieren.

Trotzdem ist es unbedingt notwendig, dass du dich damit auseinandersetzt.

Du fürchtest dich vielleicht vor dem Risiko von Kursverlusten, aber übersiehst dabei, welches Risiko damit verbunden ist, dein Geld „sicher” zu parken. Denn auch das bringt ein erhebliches Risiko mit sich, nämlich den Wertverlust durch die Inflation.

Dein Geld wird zwar nominell betrachtet nicht weniger wert. Allerdings kannst du dir über die Zeit einfach immer weniger darum kaufen. Alles wird teurer, aber dein Geld vermehrt sich nicht.

Um dich davor zu schützen sind Investitionen notwendig.

Nominelle vs. Reale Werte

Was versteht man also unter realen Werten?

Im Gegensatz zu nominellen Werten werden reale Werte nicht rein in Geld gemessen. Sie haben etwas Greifbares im Hintergrund. Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen, das tatsächlich existiert, mit Maschinen, Mitarbeitern, Marken. Im besten Fall erwirtschaftet es sogar Gewinne, auf die du als Miteigentümer einen Anspruch hast. Eine Immobilie kannst du tatsächlich bewohnen oder vermieten.

Nominelle Werte hingegen sind ein reines Versprechen auf Geld. Eine Anleihe, ein Sparbuch, Bargeld. Der Wert ist in Euro fixiert, egal ob der Euro an Kaufkraft verliert.

Der entscheidende Unterschied ist also, dass die realen Werte auch dann bestehen, wenn eine Währung wertlos wird. Sollte durch eine Währungsreform der Euro wertlos werden, gibt es immer noch Unternehmen die produzieren und auch Immobilien stehen noch.

Es ist glücklicherweise sehr unwahrscheinlich, dass eine Währung vollkommen wertlos wird. Allerdings verliert sie durch die Inflation stetig an Wert.

Reale Werte schützen dich langfristig davor.

Denn warum steigt die Inflation?

Weil Unternehmen ihre Preise erhöhen. Mit Aktien wirst du Eigentümer von diesen Unternehmen.

Allerdings ist hier wichtig zu erwähnen, dass dies nur langfristig gilt. Kurzfristig ist Inflation auch für Aktien schlecht. Meist sind sie schon vor der Inflation deutlich angestiegen und somit hält diese Inflationssicherung nur über einen langen Horizont.

Kurzfristig ist es leider nicht möglich, risikolos eine Rendite über der Inflationsrate zu erzielen.

Denken wir beispielsweise an die zweistelligen Inflationsraten im Jahr 2022. In diesem Umfeld verliert nicht investiertes Geld unweigerlich an Kaufkraft. Zu dieser Zeit in Aktien oder Rohstoffe zu investieren, bedeutet nicht, dass du die Inflation verdienst.

Die Rohstoffpreise sind bereits davor deutlich angestiegen, was einer der Gründe für die hohe Inflation war. Zu Zeiten hoher Inflation bist du also ebenfalls Risiken ausgesetzt, wenn du in reale Werte investierst.

Langfristig hingegen werden reale Werte mit der Inflation mitwachsen. Das ist der Grund, warum du unbedingt einen Teil deines Vermögens schützen solltest.

Zudem hast du als Miteigentümer selbstverständlich auch einen Anspruch auf deinen Teil des Gewinns. Diese Gewinne werden entweder als Dividenden ausgeschüttet oder im Unternehmen reinvestiert, was ebenfalls dein Vermögen steigert.

Wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, musst du dein Geld produktiv arbeiten lassen.

Mit Kursrückgängen umgehen

Hast du es geschafft, ins Investieren einzusteigen, wird es einfacher. Allerdings wartet eine weitere Gefahr. Die Gefahr, ständig den Finanzmarkt zu verfolgen und nervös zu werden.

Die Medien werden immer den Anschein erwecken, als wäre jetzt eine schlechte Zeit zu investieren.

Die simple Lösung: nichts tun.

Investieren als Privatanleger ist eines der wenigen Dinge, die schlechter werden, wenn du mehr Aufmerksamkeit hineinsteckst. Es ist also ein Vorteil, wenn es dich nicht interessiert oder du faul bist in puncto Finanzen.

Mittels Sparplan, also einem fix festgelegten, regelmäßigen Investment, kannst du den Großteil automatisieren und schaust im besten Fall erst Jahre später wieder auf deine Investitionen.

Doch das ist leichter gesagt als getan.

Die Frage ist also: „Wie schaffe ich es, bei Kursrückgängen nicht nervös zu werden?”

Zwei Konzepte sind dafür wertvoll.

Volatilität als Preis für höhere Renditen

Du musst verstehen, dass Volatilität, also Marktschwankungen, der Preis ist, den du bezahlst, um höhere Renditen zu erwirtschaften.

Wenn jeder wüsste, dass der Aktienmarkt regelmäßig sieben Prozent pro Jahr steigt, dann würde jeder sein Geld dort investieren. Aber es ist nun mal unsicher. Der Markt kann morgen fallen oder steigen.

Kurzfristig ist der Aktienmarkt ein Casino. Langfristig hingegen gewinnt der geduldige Anleger fast immer.

Belohnt werden also jene, die einen ruhigen Kopf bewahren. Sprich, einen simplen Plan aufsetzen und verfolgen.

Sale am Aktienmarkt

Was passiert, wenn der Aktienmarkt fällt? Verändern sich die Unternehmen dahinter?

Nein. Es wird nur günstiger sie zu kaufen. Der Preis fällt.

Wenn ich langfristig sowieso mehr Aktien kaufen will, ist es sogar ein Vorteil, wenn sie durch einen Kursrückgang noch günstiger zu haben sind.

Mir ist bewusst, dass das in der Theorie leichter gesagt ist als getan. Aber vielleicht helfen die beiden Konzepte dabei.

Für mich ist es jedenfalls so, dass ich nie Aktien verkaufe, weil ich glaube der Markt könnte fallen. Der einzige Grund ist, wenn ich das investierte Geld verwenden möchte und das ist bei mir noch lange nicht der Fall.

Fehler Nummer drei ist also nicht, zu viel Risiko einzugehen. Es ist zu wenig.

Wer sein Geld jahrelang auf dem Sparbuch parkt, fühlt sich sicher. Aber diese Sicherheit ist eine Illusion. Die Inflation arbeitet still und stetig gegen dich.

Reale Werte wie Aktien sind kein Spekulationsinstrument. Sie sind der einfachste Weg, dein Geld produktiv arbeiten zu lassen und langfristig mehr zu behalten, als du eingezahlt hast.

Der beste Zeitpunkt anzufangen war gestern. Der zweitbeste ist heute.


Weiterlesen:

Sparplan vs. Einmalinvestment

Warum die ersten 100.000 die schwersten sind

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Buchempfehlungen

Über die Psychologie des Geldes – Morgan Housel

Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest – Thomas Kehl & Mona Linke

Abschließend noch ein Zitat von Warren Buffett

„If you don’t find a way to make money while you sleep, you will work until you die.“

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