Vielleicht hast auch du dich schon einmal gefragt: Bin ich anders?
Du beobachtest, wie viele Menschen scheinbar widerspruchslos gesellschaftlichen Normen folgen. Nicht aufzufallen und in der Masse unterzugehen scheint der einfachste Weg zu sein. Deshalb passt auch du dich an.
Doch innerlich fragst du dich, was das alles eigentlich soll. Ob es nicht auch einen anderen Weg gibt.
Was ist schon normal?
Was tatsächlich normal ist, würde wohl jede Person anders beantworten. Trotzdem scheinen wir alle einem gewissen Skript zu folgen. Viele unserer Taten und Gewohnheiten rechtfertigen wir damit, dass es „alle so machen“.
Die Frage ist: Möchtest du in einer Welt, die dir so eigentlich nicht gefällt, normal sein?
Schau zum Beispiel auf die Normwerte eines Blutbildes. Sie zeigen die mittleren 95 Prozent einer Vergleichsgruppe, also Menschen, die als nicht krank gelten, unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht. Doch der durchschnittliche Gesundheitszustand ist weit entfernt von wirklich gesund.
Der Durchschnittsbürger bewegt sich wenig, ernährt sich ungesund und schläft eher mäßig. Sich daran anzupassen ist wenig erstrebenswert.
Dasselbe gilt für viele Gewohnheiten, die unsere Gesellschaft als normal ansieht.
Netflix und Doomscrolling bis spät in die Nacht gelten als völlig normal, auch wenn man sich am nächsten Tag müde und ausgelaugt durch den Arbeitstag schleppt.
Zum Frühstück sind ein Brot mit Marmelade oder süßes Granola völlig akzeptiert. Dabei handelt es sich eher um Süßspeisen als um einen gesunden Start in den Tag. Würdest du stattdessen Gemüse mit Ei oder Fleisch frühstücken, würdest du vermutlich irritierte Blicke ernten.
Das heißt nicht, dass ich mir morgens Fleisch und Gemüse koche. Aber wie absurd wir diese Vorstellung finden, zeigt, wie stark wir uns unbewusst an gesellschaftliche Regeln halten.
Was in unserer Gesellschaft als normal gilt, beeinflusst dein Leben also ganz erheblich.
Selbst beim Forum Alpbach, wo World Leader, Nobelpreisträger und CEOs zusammenkommen, glaubt ein Großteil der Teilnehmenden, dass man die besten Beziehungen am Abend mit Alkohol aufbaut.
Warum nicht bei einer morgendlichen Wanderung oder bei einem Nachmittagskaffee?
Warum ist ein Saufurlaub völlig normal, während ein Urlaub, in dem man gemeinsam Sport treibt und über Ziele und Visionen spricht, als seltsam gilt?
Warum kaufen sich Menschen immer neue Dinge, die ihnen nur kurz Freude bringen, während langfristige Geldsorgen ihnen Freiheit und Gelassenheit nehmen?
Warum ist es normal, sich für 25 Jahre durch Kauf oder Miete finanziell zu binden, obwohl man dadurch stark von der Arbeitswelt abhängig bleibt?
Auch das klassisch österreichische Sudern gehört einfach dazu. Nicht selten reagieren Menschen verwundert, wenn ich erzähle, dass ich gerne arbeite, Freude im Alltag habe und mein Leben mag. Beschwert sich hingegen jemand, steigen andere schnell und bereitwillig ein.
All das gilt als normal. Das bedeutet aber nicht, dass du diesen Normen folgen musst. Gegen den Strom zu schwimmen ist nicht einfach, aber notwendig, wenn du ein Leben nach deinen eigenen Vorstellungen gestalten möchtest.
Und wenn all diese Dinge für dich tatsächlich normal sind und du damit vollkommen glücklich bist, dann ist das völlig in Ordnung. Dann musst du nichts ändern. Es wäre nur ein erstaunlicher Zufall, wenn all diese gesellschaftlichen Vorgaben exakt deinen persönlichen Interessen und Vorlieben entsprechen würden.
Mit wem verbringst du am meisten Zeit?
Was du selbst als normal empfindest, hängt maßgeblich von deinem direkten Umfeld ab. Bist du Teil eines Freundeskreises, in dem viele Unternehmensgründer sind, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass du irgendwann selbst ein Unternehmen gründest.
Sind alle deine Freunde fitte Athleten, wird es für dich schwer, dauerhaft an Zigaretten und Leberkässemmeln festzuhalten.
Nicht umsonst gibt es den Spruch:
„Du bist der Durchschnitt der fünf Personen, mit denen du am meisten Zeit verbringst.“
Als Kind hast du nur wenig Einfluss darauf, mit wem du deine Zeit verbringst. Du triffst deine Freunde in der Schule oder im Sportverein. Das passiert ganz von selbst.
Als Erwachsener hingegen musst du dir bewusst Zeit für Freundschaften nehmen. Das Schöne daran ist, dass du selbst entscheiden kannst, mit wem du diese Zeit verbringen möchtest.
Du merkst schnell, ob dir jemand gut tut und ob du nach einem Treffen mehr Energie hast als zuvor. Genauso verbreitet ist das Gegenteil. Menschen, die in allem das Negative sehen und bei denen du spürst, wie sie dir Energie und Lebensfreude nehmen.
Natürlich kannst du deine Familie nicht ändern oder deinen Freundeskreis über Nacht austauschen. Trotzdem lohnt es sich, bewusst den Kontakt zu jenen Menschen zu suchen, die positive Emotionen, Leichtigkeit und Energie vermitteln.
Wenn du nicht weißt, wie du solche Menschen findest, beginne bei dir selbst. Wir umgeben uns instinktiv mit Menschen, die uns ähnlich sind. Wirst du selbst eine reflektierte und interessante Persönlichkeit, ziehst du auch andere spannende Persönlichkeiten an.
Das gilt ebenso für die Partnerwahl. Viel zu oft liegt der Fokus darauf, was ein zukünftiger Lebenspartner alles mitbringen sollte. Doch viel wichtiger ist es, selbst die Person zu werden, die so einen Partner anzieht.
In Gesprächen spürt man schnell, mit wem man auch über tiefere Themen sprechen kann. Ich könnte nicht beschreiben, was die genauen Merkmale sind. Aber ich merke sofort, wenn jemand reflektiert ist und sich mit sich selbst auseinandergesetzt hat.
Auch Bücher, Podcasts oder YouTube Kanäle können dein Umfeld erweitern. Bei Biografien verbringst du Zeit mit faszinierenden Menschen. Inspirierende Dokumentationen über Sportler oder Unternehmer wie Bill Gates können denselben Effekt haben.
Umgib dich mit Gleichgesinnten
Du bist nicht anders. Du hast deine Gruppe von Menschen einfach noch nicht gefunden.
Umgib dich mit Menschen, für die das Verhalten, das du dir wünschst, völlig normal ist.
James Clear hat genau das eindrucksvoll vorgelebt. Als er sich entschied Schriftsteller zu werden, suchte er gezielt nach Wegen, sich mit Menschen zu umgeben, die Schreiben bereits zu ihrem Beruf gemacht hatten und ihm vielleicht ein paar Schritte voraus waren.
Also kontaktierte er Autoren, die er spannend und inspirierend fand. Von 50 angeschriebenen Personen antworteten nur fünf bis zehn. Mit diesen organisierte er ein gemeinsames Wochenende.
Nichts Aufwendiges. Ein gemeinsames Airbnb, die Kosten wurden geteilt.
Man schrieb ein wenig, tauschte sich aus und beim Essen erzählte einer, was ihm geholfen hatte, seinen Newsletter zu verbreiten. Ein anderer berichtete über seine Website und den Umgang mit Verlagen.
Dieses Wochenende war ein solcher Erfolg, dass James Clear es jährlich wiederholte. Jahr für Jahr wurde es zu seinem persönlichen Highlight. In den sechs Monaten danach war er meist damit beschäftigt, die vielen neuen Ideen umzusetzen.
Genau so soll es sein. Motivierte Menschen, die ihrer Leidenschaft folgen und ihr Leben bewusst gestalten.
So fühlst du dich lebendig.
Du willst fitter werden? Dann geh in ein Hyrox-Gym oder melde dich in einem Jiu-Jitsu-Verein an.
Verbringst du deine Abende gerne mit Anime und Brettspielen, dann such dir Menschen, die diese Interessen teilen.
Es muss dabei nicht einmal dasselbe Hobby sein. Entscheidend ist die Einstellung zum Leben.
Ich selbst musiziere zum Beispiel nicht. Gespräche mit Musikern, die täglich mit Leidenschaft an ihrem Handwerk arbeiten, finde ich trotzdem unglaublich inspirierend.
Wenn du merkst, dass du anders denkst oder andere Dinge willst, dann such dir Menschen, für die genau das normal ist.
Geh zu einem Training. Such das Gespräch mit Menschen, die dich inspirieren. Bring dich dorthin, wo Entwicklung passiert.
So legst du die Grundlage, dein Leben langfristig nach deinen Vorstellungen zu gestalten.
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“Keiner interessiert sich für dich und das ist gut so”
“Wenn sich dein Leben leer anfühlt”
“Warum ich mich für ein „langweiliges“ Leben entschieden habe”
Buchempfehlungen
Der GO Giver! – Bob Burgh & John David Mann
The Big Five for Life – John Strelecky
Abschließend noch ein Zitat das, wie so viele, Albert Einstein zugeschrieben wird:
„Stay away from negative people. They have a problem for every solution.“
Hier eine Bücherliste, falls du auf der Suche nach neuen Büchern bist. Wenn du noch nie Hörbücher probiert hast, kann ich dir das Probeabo von Audible empfehlen. Kostet nichts, ist jederzeit kündbar und du kannst dir das Buch auch nachher noch behalten.
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