Wir alle wollen glücklich sein. Ein Leben in Genuss und Zufriedenheit. Manche versuchen es durch unzählige Erfolge zu erreichen. Andere beißen in einem Job durch, den sie insgeheim hassen, um sich einen feinen Urlaub oder das Traumhaus leisten zu können. Und wieder andere fokussieren sich nur auf die kurzfristigen Genüsse wie Social Media, Computerspiele und ungesundes Essen.
Doch was, wenn es all das nicht braucht? Wenn wir auch ohne das glücklich sein können?
Die Jagd nach dem nächsten Erfolg
Social Media lässt uns glauben es sei normal, dass jeden Tag etwas Außergewöhnliches passiert. Doch die Definition von etwas Außergewöhnlichem ist, dass es nicht gewöhnlich ist.
Das vergessen wir allerdings und sind ständig auf der Jagd nach dem nächsten großen Ereignis. Auch dadurch getrieben, dass wir allen anderen Menschen auf Social Media zeigen möchten, wie großartig unser Leben läuft. Wie wir uns tatsächlich fühlen spielt keine Rolle.
Die Hoffnung ist, dass das nächste Event und der nächste Erfolg uns endlich glücklich machen. Und genau da liegt der Trugschluss.
Es ist gut und richtig, dass wir immer nach mehr streben. Doch unser Glück davon abhängig zu machen, ist ein Marathon, bei dem sich die Ziellinie immer weiter von uns wegbewegt.
Dabei gäbe es so viel wofür wir dankbar sein könnten. Allerdings schätzen wir das nicht und tun es als Kleinigkeiten ab. Der morgendliche Kaffee. Ein Abendessen mit deinem Partner. Die Nachricht von einem Freund, den du lange nicht gesehen hast.
Ist es nicht ein armes Leben, wenn wir uns nur bei außergewöhnlichen Ereignissen erlauben zufrieden zu sein?
Sollte das Ziel nicht sein, mit dem eigenen Alltag zufrieden zu sein? Mit Glück erfüllt seinen morgendlichen Kaffee zu trinken. In Ruhe mit einer Tasse Tee am Abend zu lesen oder einfach wie jeden Tag mit seinem Partner zu Abend essen und dankbar zu sein.
Leider ist bei den meisten Menschen Unzufriedenheit der Normalzustand und es braucht etwas von außen, um glücklich zu sein. Wäre es nicht erstrebenswert Zufriedenheit zum Normalzustand zu machen?
Worauf wartest du? Wenn du jetzt deinen Kaffee nicht genießt, wirst du ihn auch mit Millionen am Konto nicht genießen.
Die Flucht aus dem Alltag
Leider gibt es unzählige Menschen, die versuchen, der Langeweile ihres Alltags durch irgendeine Kompensation zu entfliehen.
Die einen bekommen täglich drei Pakete von denen sie 90 Prozent zurückschicken. Sie produzieren Müll, nur um sich für einen kleinen Augenblick besser zu fühlen.
Andere scrollen durch Social Media in der Hoffnung, beim nächsten Video wieder einen Dopamin Hit zu bekommen. So vergehen Stunden und sie erinnern sich nicht mal an das Video vor zwei Minuten.
Wieder andere zocken jede freie Minute und stopfen daneben vielleicht noch Chips in sich hinein.
Es ist verständlich, dass wir gerne Computerspiele spielen. Schließlich lieben wir Fortschritt. In einem Spiel ist es einfach zu gewinnen, Erfolge zu erzielen und Level-Ups zu erreichen.
Dabei gibt es Ähnliches im echten Leben. Nicht so einfach und klar strukturiert, aber dafür mit noch besserer Grafik und echten Gefühlen.
In unserem Leben nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir unsere Fähigkeiten verbessern und Level-Ups erreichen können, ist großartig.
Damit meine ich jedoch nicht, in Arbeit zu versinken. Auch das kann eine Form der Kompensation sein und ist noch gefährlicher, da sie sozial akzeptiert ist. Wir decken uns mit Projekten ein, sodass kein freier Moment bleibt, in dem wir uns fragen können, warum wir das alles eigentlich machen.
„A busy calendar is a hedge against existential loneliness.“ ~ Chris Williamson
Ein voller Kalender ist eine Absicherung gegen existenzielle Einsamkeit. Wir ertränken uns selbst in Stress und Arbeit, um uns nicht mit den existenziellen Fragen auseinander setzen zu müssen. Davon los zu kommen ist verdammt schwer, vor allem weil wir dafür von der Gesellschaft auch noch gefeiert werden.
Wir tragen es als Ehrenabzeichen, wenig zu schlafen und knapp am Zusammenbruch vorbei zu schrammen.
Dabei ist all das nicht notwendig, für ein glückliches Leben.
Die große Kunst
Alex Hormozi schrieb letztes Jahr auf X:
„The single greatest skill you can develop is the ability to stay in a great mood in the absence of things to be in a great mood about.“
Das bringt es auf den Punkt.
Die Kunst ist es, glücklich zu sein ohne einen Grund zu haben glücklich zu sein. Einfach eine gewisse Grundzufriedenheit.
Es braucht keinen extravaganten Urlaub oder ein großartiges Konzert um das Leben zu genießen.
Das Ziel ist, unseren Alltag so zu gestalten, dass wir auch an einem durchschnittlichen Dienstag glücklich sind.
Ich hab mich persönlich schon oft als einen der glücklichsten Menschen der Welt bezeichnet. Und das Schöne ist, dass ich tatsächlich oft an einem durchschnittlichen Tag am Abend im Bett liege und einfach nur dankbar bin für das, was ich erleben darf.
Was genau der Grund dafür ist, ist schwer fest zu machen. Ich denke es ist kein Ziel, das wir irgendwann erreichen können. Vielmehr ist es ein Prozess in dem wir immer besser werden, dankbar und glücklich zu sein. Das ist eine Fähigkeit wie jede andere.
Die Frage ist, worauf fokussieren wir uns. Jagen wir nur dem nächsten Erfolg hinterher, in der Hoffnung, dass er uns glücklich macht? Oder suchen wir bewusst nach dem Positiven im Alltag und genießen die Kleinigkeiten?
Denk beispielsweise jeden Abend vorm Einschlafen an drei Dinge, für die du dankbar bist. Dein Hirn fängt an, ständig auf der Suche nach Beispielen dafür zu sein.
Unsere Denkweise ist außerdem maßgeblich davon beeinflusst, womit wir unser Gehirn füttern. Garbage in, garbage out.
Lass also nicht nur Müll von Social Media hinein, sondern auch großartige Bücher, Beiträge und Podcasts. Meditation kann ebenfalls enorm hilfreich sein.
Arbeite also nicht nur an deinem nächsten großen Erfolg, sondern auch daran täglich etwas besser darin zu werden, glücklich zu sein und zwar ohne einen außergewöhnlichen Grund dafür zu haben.
Nimm dir heute mal Zeit deinen Kaffee oder Tee in Ruhe zu trinken, ohne daneben auf Social Media zu scrollen, zu arbeiten oder die Nachrichten zu lesen. Lass deine Gedanken wandern und sieh was dabei hochkommt.
Weiterlesen:
„Wie sieht dein idealer Dienstag aus?“
„Ein Leben in dem wir keinen Urlaub brauchen“
Buchempfehlung
The Big Five for Life – John Strelecky
Der GO Giver! – Bob Burgh & John David Mann
Abschließend noch ein Zitat von Socrates:
„He who is not contented with what he has, would not be contented with what he would like to have.“
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